DIE WELT 20.07.2001
Alfons Rissberger − Strategie Consulting

DIE WELT Nr. 167 / 20.07.2001, Seite WR4

Beilage: "Welt-Report SCHWERIN"

Eine Vision wird Realität: die virtuelle Universität für Schwerin

Alfons Rissberger gehört zu der Kategorie von Persönlichkeiten, die man gern als "charismatisch" bezeichnet. Der Geschäftsführer des DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern hatte schon oft kühne Ideen, die zunächst angezweifelt, dann realisiert und schließlich für selbstverständlich gehalten wurden. Als Erster forderte er die Ausbildung zum Mikroelektroniker - im Jahr 1978! Von ihm stammt die Idee, der Bundeskanzler müsse sich als "Internet-Kanzler" profilieren - heute sitzt er im Beirat der Initiative D 21, der "definitiv größten Aktivität deutscher Wissenschaftler der Nachkriegsgeschichte", zusammen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Bundespräsident Roman Herzog, mit Lothar Späth, Friede Springer und Ferdinand Piëch.

Auch seine neueste Idee nimmt bereits Gestalt an: die erste virtuelle Universität in Deutschland. "Das Land ist mit der Finanzierung der beiden Universitäten in Rostock und Greifswald ohnehin fast überfordert", erläutert Rissberger. Die "E-Universität" solle sich durch hohe Studiengebühren selbst finanzieren, dafür aber ein stringentes und zügiges Programm anbieten. Zunächst werde man auf US-amerikanisches Lehrmaterial für Internet-Universitäten zurückgreifen, aber Rissberger ist überzeugt, dass die besten deutschen Professoren gern ihr Lehrmaterial für eine Internet-Universität zur Verfügung stellen.

Das Lernen solle überwiegend zu Hause erfolgen, in der vierwöchigen Präsenzzeit in der Uni solle vor allem soziales Lernen im Mittelpunkt stehen - Konfliktbewältigung, Gruppentraining, Führungsseminare, Motivationsübungen und andere Verhaltenskurse, die im traditionellen Universitätsbetrieb meist viel zu kurz kommen.

Eigentlich lässt ihm seine umfangreiche Tätigkeit als Ideengeber und Unternehmensberater kaum Zeit für seine hauptamtliche Tätigkeit -- das Management eines der größten deutschen Datenverarbeitungszentren. Doch auch hier hat Rissberger mit seinem Team ganze Arbeit geleistet: Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern verfügt über ein eigenes Hochsicherheitsdatennetz, das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Jetzt soll es allmählich allen Kommunen des Bundeslandes zugänglich gemacht werden. Die Einsparungen betragen über eine Million DM jährlich, da alle Behörden des Flächenlandes zum Ortstarif kommunizieren können. Das ist für Rissberger der erste Schritt in
Richtung "E-Government" - aber nur der erste: Rissberger hat das Wort des Kanzlers, dass bis zum Jahr 2005 mindestens 1200 Dienstleistungen des Bundes im Internet stehen.

Wck

 
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