SVZ 23.01.2004
Alfons Rissberger − Strategie Consulting

Schweriner Volkszeitung vom 23.01.2004

"Computer gehört zum Lernen dazu"

Multimedia-Beirats-Chef ALfons Rissberger sieht den Laptop künftig in jeder Schultasche

Schwerin Ein Laptop mit anspruchsvoller Lernsoftware - das wird bald jeder Schüler mit zum Unterricht bringen. Davon ist Alfons Rissberger, Vorsitzender des Multimedia-Beirates im Land, fest überzeugt. Er muss es wissen: Vor fast 20 Jahren initiierte der Schweriner im Hunsrück bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt "Multimedia in der Schule".

 

"Notebooks, die alle bildungsrelevanten Forderungen erfüllen, werden in den nächsten Jahren nur noch ein Bruchteil des heutigen Niveaus kosten", sagt Alfons Rissberger (55), der mit der von ihm initiierten bundesweiten Offensive "Initi@tive D21" den Siegeszug des Computers in Schulen vorangetrieben hat. "Dann wird der Multimedia-PC mit anspruchsvoller Lernsoftware in den Schultaschen unserer Kinder und Studenten nicht nur Bücher und Hefte ersetzen, er wird auch ein multifunktionales Dialogmedium sein."

 

Bereits heute sei der Computer nicht mehr aus dem Alltag unserer Kinder und Jugendlichen wegzudenken. Nach einer jetzt vom renommierten Institut Emnid vorgelegten Studie nutzen erstmals mehr Kinder und Jugendliche den Computer zum Lernen als zum Spielen. "Der Computer gehört zum Lernen dazu", sagt Rissberger.

 

Heute werden die meisten zustimmend nicken, wenn sie diesen Satz lesen. Als der heute 55-jährige in Simmern im Hunsrück 1987 das Pilotprojekt Computertechnik in Schulen einführte, hagelte es bundesweit Kritik "Vor Ort fanden es alle Beteiligten klasse - vor allem die Schüler. Aber von außerhalb wurde der Computer in Schulen verdammt." Das Projekt setzte sich durch. Simmern wurde damals zu einer Art Pilgerstätte für Computerexperten wie Pädagogen gleichermaßen. Zuständiger Landrat im Hunsrück war zu dieser Zeit im übrigen Schwerins heutiger Stadtpräsident Dr. Armin Jäger.

 

Auch heute lobt Alfons Rissberger, im Hauptberuf Geschäftsführer des Datenverarbeitungszentrums (DVZ), die Unterstützung der Politik beim Siegeszug des Computers an Schulen. Beiratsvorsitzender der "Initi@tive D21" ist Bundeskanzler Gerhard Schröder, der von Rissberger geleitete Multimediabeirat treffe sich regelmäßig mit den Landesministern. "Das Thema genießt in der Landesregierung einen hohen Stellenwert." Und schließlich: Rissbergers Forderung, "Informationstechnologie muss Chefsache sein", ist jetzt Alltag in Politik und Wirtschaft auch in MV geworden.

Die Erfolge sind sichtbar. Heute gibt es so gut wie keine Schule mehr, die nicht über ein Computerkabinett verfügt, schon Grundschüler nutzen das Internet zur Erledigung der Hausaufgaben. Deshalb ist es für Rissberger nur eine Frage der Zeit, bis der Multimedia-Laptop den Lehrern im Unterricht mehr Zeit schafft, um Sozialkompetenz zu fördern. "Fakten vermitteln kann auch Lernsoftware. Die Schüler lernen am Computer schneller und effektiver. Das hat bereits der Pilotversuch 1987 in Simmern wissenschaftlich erwiesen", sagt Rissberger.

 

Der multimediale Unterricht wird auch die Rolle der Lehrer ändern, ist sich Rissberger sicher - "weg von der klassischen Wissensvermittlung, hin zu Moderation und Betreuung von Lernprozessen". Dazu müssten aber auch die Pädagogen lernen. Schließlich machten manche Kinder heute schon leicht Erwachsenen beim Umgang mit Computern etwas vor.

 

Auch an deutschen Hochschulen hätten längst multimediale Vorlesungen Einzug halten müssen, zeigt sich Rissberger überzeugt. Bei diesem Thema seien andere Länder Deutschland weit voraus. Hier müsse die Politik schnell handeln anstatt über Elite-Unis nachzudenken. "Das ist so, als würde man immernoch versuchen, ein Pferdegespann mit einer Kutsche zu optimieren, obwohl man längst einen Golf kaufen kann", sagt Rissberger. Die Politik müsse zwingend umdenken. "Mit den Denkweisen des Industriezeitalters kann das Potenzial der Informationstechnologie nicht genutzt werden."

 

Denn dabei geht es auch um das wichtige Feld, die Verwaltungen zu effektivieren: "eGovernment" - die Behörde im Internet. Ohne Rissbergers Engagement gäbe es "eGovernment" in Deutschland und in dieser Geschwindigkeit im Land wahrscheinlich nicht. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann bestellt man sein Autokennzeichen online und vom Händler aus kann man direkt mit dem zugelassenen Auto nach Hause fahren."

 

von Timo Weber

 
Home
Virtuelle Universität Schwerin
Projektskizze, Sachstand
und Projektentwurf
Presseübersicht -
VirtUS
Bewertungen
Top