dpa 09.10.2002
Alfons Rissberger − Strategie Consulting

dpa, 09.10.02

Multimedia-Experte beklagt Benachteiligung der neuen Länder

Schwerin (dpa/mv) - Mit ihrer bisherigen Forschungsförderung trägt die Bundesregierung nach Ansicht des Schweriner Multimedia-Experten Alfons Rissberger zur Vertiefung des «digitalen Grabens» zwischen Ost und West bei. «In Bayern fließen 28 Millionen Euro in einen Neubau für die Informatikausbildung, in Mecklenburg-Vorpommern werden neun Millionen Euro in ein Bettenhaus investiert», sagte der Ideengeber für die bundesweite Multimedia-Initiative D 21 am Mittwoch in Schwerin. Der Osten brauche Investitionen, die in die Zukunft führen.

In den zurückliegenden vier Jahren aber sei die große Mehrzahl der Projekte zur Förderung der Informationsgesellschaft in den westdeutschen Ländern angesiedelt worden.

 

Als Beispiele nannte er das Programm «Neue Medien in der Bildung» in Darmstadt und Sankt Augustin bei Bonn und «Media@Komm» in Bremen, Esslingen und Nürnberg. «Wenn der Aufbau Ost wirklich Chefsache sein soll, dann muss mehr Geld in IT-Projekte der neuen Länder fließen», sagte Rissberger, der dem Multimediabeirat in Mecklenburg-Vorpommern vorsteht.

Er forderte die Bundesregierung auf, das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr nicht, wie geplant, in Koblenz, sondern in Greifswald anzusiedeln. «Das wäre ein wirksamer Beitrag zur Infrastrukturentwicklung in den neuen Ländern und würde gleichzeitig Jobs in der Region mit der bundesweit höchsten Arbeitslosigkeit schaffen. In Vorpommern ist die Arbeitslosenquote vier Mal höher als am Mittelrhein», sagte Rissberger.

 

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